Kleine Betonblöcke mit einer Messingkappe, die bündig in den Gehweg eingelassen sind: Stolpersteine. Sie tragen Namen und Lebensdaten von Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Am Freitag, dem 6. November, machten sich SchülerInnen unserer RSW auf den Weg, um sich mit diesen Lebensgeschichten auseinanderzusetzen und die Gedenksteine behutsam zu reinigen.
Die Aktion wurde in den katholischen Religionskursen des 9. Jahrgangs von Frau Ledwon und Frau Körner vorbereitet. Mithilfe von Informationsmaterialien und dem digitalen Angebot „Stolpersteine NRW“ des WDR recherchierten die Jugendlichen zu einzelnen Personen, hielten Lebensdaten und familiäre Hintergründe fest und bereiteten kurze Vorträge vor. Beim Rundgang durch Wickrath unterstützte Herr Gehrmann die Gruppe.




An den jeweiligen Stolpersteinen stellten die SchülerInnen ihre Rechercheergebnisse vor. So wurden aus den Namen im Straßenpflaster konkrete Lebensgeschichten. Anschließend polierten sie die Messingkappen, bis die Inschriften wieder besser zu erkennen waren. Das gemeinsame Reinigen wurde damit zu einer sichtbaren Geste des Erinnerns.
Besonders eindrücklich war der Blick auf die unterschiedlichen Schicksale: Einige Menschen wurden deportiert und ermordet, andere konnten fliehen oder überlebten die Verfolgung. Die Steine der Familie Spier erinnern beispielsweise sowohl an Ermordete als auch an Familienmitglieder, denen die Flucht gelang.
Die Aktion verband historische Recherche mit Fragen, die bis heute aktuell sind: Was bedeutet Menschenwürde? Wie beginnt Ausgrenzung? Und welche Verantwortung tragen wir dafür, dass Menschen unabhängig von Herkunft oder Religion respektiert werden? Die Jugendlichen erfuhren, dass Geschichte nicht nur in Schulbüchern stattfindet, sondern auch unmittelbar vor der eigenen Haustür sichtbar ist.
Mit ihrem Einsatz sorgten die SchülerInnen dafür, dass die Stolpersteine in Wickrath wieder stärker ins Auge fallen. Vor allem aber zeigten sie: Erinnerung bleibt lebendig, wenn Menschen sich mit den Geschichten der Opfer beschäftigen und sie weitererzählen.
Frau Ledwon



