Ein Baustein von KAoA sind die Berufsfelderkundungstage der Jahrgangsstufe 8. Das bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 drei unterschiedliche Berufsfelder in jeweils einem Tagespraktikum erkunden sollen. Mit diesen Erkundungen sollen die Jugendlichen die Berufs- und Arbeitswelt unmittelbar kennen lernen und einen kleinen Einblick in unterschiedliche Berufsfelder bekommen.

Voraussetzung für das Gelingen dieses Vorhabens ist, die Bereitschaft von Betrieben Schüler bei sich aufzunehmen. Das Tagespraktikum sollte nach Möglichkeit die folgenden Vorgaben erfüllen:

  • Es sollte mindestens 5 Stunden dauern.
  • Es beinhaltet nach Möglichkeit berufsfeldtypische Arbeitsproben und konkrete Tätigkeiten.
  • Es sollte Informationen zu Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.

Bei den Berufsfelderkundungen handelt es sich um schulische Veranstaltungen. Daher stehen die Schüler unter dem Schutz der gesetzlichen Schüler-Unfallversicherung.

Die Berufsfelderkundungen werden ebenfalls, wie das Tagespraktikum vor- und nachbereitet. 

Schülerinnen können…

… erste Erfahrungen mit der Berufswelt sammeln,
… realistische Vorstellungen über die Arbeits- und Berufswelt entwickeln und diese mit ihren eigenen Interessen und Kompetenzen abgleichen,
… verschiedene berufliche Tätigkeiten, Berufe und Berufsfelder vergleichen und die oft engen Berufswahlhorizonte erweitern,
… berufliche Tätigkeiten im Hinblick auf eigene Interessen und Fähigkeiten erkunden und reflektieren,
… Erfahrungen aus der Berufsfelderkundung auf eine begründete Auswahl für das Schülerbetriebspraktikum anwenden.

Ein Berufsfelderkundungstag…

… dient dazu, betriebliche Praxis exemplarisch in mehreren (mindestens drei) Berufsfeldern zu erhalten, 
… wird in Klasse 8 anknüpfend an das individuelle Ergebnis der Potenzialanalyse und an die Absprachen des ersten Beratungsgesprächs durchgeführt,
… bietet der Schülerin/dem Schüler individuelle Auswahlmöglichkeiten in Absprache mit der Lehrkraft,
… beinhaltet eine durch die Schule vor- und nachbereitete aktive Erkundung des Berufsfeldes,
… hat die Dauer von einem Schultag (6 Zeitstunden),
… folgt einem vorher bekannten Ablaufplan,
… bindet die Schülerin/den Schüler aktiv ein,
… findet außerschulisch im betrieblichen Umfeld statt,
… beinhaltet praktische Übungen und/oder berufsfeldtypische Arbeitsproben,
… beinhaltet Beobachtungs-, Gesprächs- sowie Fragemöglichkeiten für die Schüler/innen mit Führungskräften, Fachkräften, Ausbildnern und/oder Auszubildenden zu Anforderungen im Berufsfeld und zu Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten und Karrierewegen.

Was sollen die Schülerinnen und Schüler erkunden?

Die Schüler/innen sollen durch die Berufsfelderkundung möglichst konkrete Eindrücke zu Tätigkeiten im Berufsfeld in folgenden Bereichen mitnehmen:

  • Typische Aufgabenbereiche, Tätigkeiten und Spezialisierungsmöglichkeiten, typische Prozesskette
  • Verwendete Werkstoffe, Maschinen, Arbeitsmaterialien, vorgeschriebene Arbeitskleidung
  • Ort und Ausgestaltung der Arbeitsplätze
  • Arbeitsweise (z. B. allein oder im Team) und typische Arbeitszeiten
  • Gründe für Zufriedenheit der Berufstätigen/Highlights im Berufsalltag
  • Berufswege und Aufstiegsmöglichkeiten
  • Ausbildungsmöglichkeiten im Berufsfeld
  • Benötigte Schulabschlüsse
  • Dauer von Ausbildungen und/oder Studiengängen
  • Talente/Eigenschaften und Fähigkeiten für Ausbildung/Studium im Berufsfeld


Was ist die Aufgabe der Schule?

Schulische Vorbereitung

  • Beratung der Schüler/innen in enger Anknüpfung an die Ergebnisse der Potenzialanalyse und an die individuellen Interessen und Fähigkeiten der Schüler/innen,
  • Organisatorische Vorbereitung und innerschulische Koordination der Erkundungstage,
  • Unterrichtliche Vorbereitung auf das konkrete Unternehmen bzw. auf die konkrete Institution/Einrichtung,
  • Unterrichtliche Vorbereitung von Erkundungsaufgaben, die den Schülerinnen und Schülern dabei helfen, das Wesentliche der beruflichen Tätigkeit zu beobachten und zu erfragen.

Schulische Nachbereitung

  • Individuelle Ergebnisdokumentation der Berufsfelderkundung im Portfolioinstrument,
  • Vorstellung der Ergebnisse im Unterricht. Die subjektiven Beobachtungen und Erfahrungen werden in der Lerngruppe vergleichend ausgewertet,
  • Beratung der Schüler/innen in enger Anknüpfung an Erfahrungen der Berufsfelderkundungen und anderer schulischer Veranstaltungen zur reflektierten Erweiterung des Berufswahlspektrums.

Lernziele:

Steigerung der Sach- und Urteilskompetenz in folgenden Bereichen:

  • Recherchieren von Berufen, Berufsfeldern, beruflichen Tätigkeiten,
  • Reflexion ausgewählter Fähigkeiten und Kompetenzen durch reale betriebliche Erfahrungen mit Bezug zum Ergebnis der individuellen Beratung,
  • Dokumentieren, Auswerten und Präsentieren von Beobachtungen,
  • Anwenden von methodischen und kognitiven Kompetenzen, z. B. Sachanalyse, strukturiertes Vorgehen, kreative Lösungsansätze,
  • Herstellen von Anwendungsbezügen zwischen beruflichen Tätigkeiten und Unterrichtsinhalten, weitere Informationen Berufsorientierung NRW.

Folgende Informationsschreiben etc. wurden an die Schülerinnen und Schüler ausgeteilt und können hier runtergeladen werden: